Von Marco Maier
Des “Spiegels” neues Feindbild ist der Musiker Xavier Naidoo,
der es wagte, offen das System BRD zu hinterfragen, die USA zu
kritisieren und sich mit dem Thema Pädophilie auseinanderzusetzen.
Besonders angekreidet wird ihm sein Auftritt bei einer Mahnwache für den
Frieden in Mannheim. Selbst ein Musikstar zu sein schützt nicht vor
massiven medialen Schmutzkübelkampagnen.
In seiner
Spiegel-Online-Kolumne
kann Georg Diez seiner Aversion gegen den Musiker Xavier Naidoo freien
Lauf lassen. Für ihn ist der Sänger ein “ein politischer Irrläufer, der
für neue rechte Überzeugungen steht”. Nachdem Diez erst seine Musik
einem Verriss unterzieht, folgt eine Tirade an Unterstellungen die es in
sich haben. So ist Naidoo für ihn “ein Mensch, der sich aus seinen
Ressentiments eine Weltanschauung gezimmert hat. Bei dieser werden
Verschwörungstheorien, Demokratiefeindlichkeit, Nationalismus,
Antiamerikanismus, Antikapitalismus und Friedensgeraune zu einer dunklen
Suppe verrührt, wie sie auf den neurechts-gekaperten
Montagsdemonstrationen seit Monaten serviert wird.”
Selbstverständlich findet Diez auch eine eigene Herleitung dafür,
warum Naidoos Aussage, dass Deutschland nach wie vor besetzt sei,
rechtsextremes Gedankengut sein müsse. Denn nur wenn eine einfache
Kriegsniederlage und nicht die Befreiung vom NS-Regime der Grund für die
Besetzung Deutschlands wäre, würde dies Sinn ergeben. Vielleicht hat
Diez ja die Jahre bis 1990 verschlafen, als die Teilung Deutschlands
erst mit Zustimmung der Alliierten durchgeführt werden durfte. Eventuell
blendet er die Tatsache aus, dass nach wie vor rund 42.000 US-Soldaten
in den amerikanischen Militärbasen stationiert sind und die Briten noch
bis 2020 bleiben wollen. Von den nach wie vor existenten Sonderrechten
der alliierten Soldaten ganz zu schweigen.
Ein weiterer Grund für Diez sich zu echauffieren ist jene Aussage des
Sängers, die dieser 2011 im Morgenmagazin tätigte. Auf sein Lied
“Freiheit” angesprochen wurde er gefragt, ob er sich in Deutschland den
frei fühlen würde. Daraufhin entgegnete Naidoo: “Aber nein, wir sind
nicht frei, wir sind immer noch ein besetztes Land! Deutschland hat noch
keinen Friedensvertrag und ist dementsprechend auch kein echtes Land
und nicht frei.” Dass Deutschland keinen Friedensvertrag mit den
Siegermächten geschlossen hat und gemeinsam mit vielen anderen Ländern
bei den UN als “Feindstaat” gilt, spielt beim Spiegel-Journalisten
offenbar keine Rolle.
Nach dieser Hasstirade gegen Xavier Naidoo kommt noch Diez’ Verriss
des gemeinsam mit Kool Savas aufgenommenen Liedes “Wo sind sie jetzt”
(den Diez übrigens nur als “Wo sind” betitelte) aus dem Jahr 2012, in
dem er harte Worte für Pädophile fand: “Ich schneid euch jetzt mal die
Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr
es mit den Kleinen macht”. Naidoo, der selbst Opfer eines Pädophilen
war, versuchte sich mit diesem Lied damit auseinanderzusetzen und
erhielt daraufhin eine
Strafanzeige wegen Volksverhetzung.
Auf jeden Fall zeigt Xavier Naidoo mit seiner kritischen
Auseinandersetzung Mut. Jenen Mut, den man vielerorts vermisst, wenn es
um Themen geht die immer wieder totgeschwiegen werden. Besonders als
bekannter Künstler hat er es damit nicht wirklich leicht. Was er auf
jeden Fall verdient, ist Respekt – für seine künstlerischen Leistungen
und für seine Offenheit hinsichtlich jener Themen, die man in den
Mainstreammedien nicht gerne hört. Xavier Naidoo ist kein “Neurechter”,
sondern ein äußerst kritisch denkender Mensch der Dank seines
musikalischen Talents mit seinen Liedern und Statements noch viele
Menschen erreichen wird.
https://frankvfalk.wordpress.com/2014/08/24/xavier-naidoo-hinterfragt-das-gesamte-system/