Ergänzend muss ich hier noch Fefes schönen Kommentar zu den Satellitenbildern der NATO zitieren: " Habt ihr das auch gehört?
Russland hat russische Soldaten! Auf russischem Boden! In russischen
Kasernen! In der Nähe ihrer Landesgrenzen!! Also sowas gab es doch
früher nicht?" Diese "Beweise für russische Truppenkonzentrationen" an
den Grenzen der Ukraine wurden inzwischen als Fotos von 2013 entlarvt.
Aber warum werden eigentlich nicht aktuelle Fotos von US/NATO
Truppenkonzentrationen an den russischen Grenzen gezeigt? Weil die auf
fremdem Territoirum sein dürfen, aber die russischen nicht auf
russischem. Das ist die surreale Politik, von der Cunningham redet.
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| Die verkehrte Welt gibt es schon lange. |
Finian Cunningham
10. April 2014
Während die nicht gewählte Kiew-Junta bewaffnete mit Balaclavas
vermummte Para-Militärs losschickt, um die Proteste in Ukraines
östlichen Städten zu unterdrücken, erklärt sie das zu einer
"anti-Terrorismus"-Operation. Der amtierende (sic!) Präsident in Kiew
Olexander Turchynow hat alle, die politische Autonomie in Charkow,
Donezk, Lugansk und anderen pro-russischen Städten wünschen, als
"Terroristen und Kriminelle" bezeichnet; eine neue Reihe von Gesetzen
ist von der Junta zusammengeflickt worden - zwei Monate vor den
offiziellen Wahlen und daher von zweifelhafter Legalität [was ist daran
zweifelhaft? Wenn die Regierung illegal ist, kann ein von ihr
geschaffenes Gesetz nicht legal sein. D. Ü.] - gibt den selbst-ernannten
Politikern in Kiew das Recht, jeden zu verfolgen, der nicht ihre selbst
auferlegte Autorität anerkennt ...
Gleichzeitig warnte die NATO Moskau, von einer
angeblichen militärischen Aggression (von seinen eigenem Territorium
aus) gegen die Ukraine "Abstand zu nehmen" - obwohl die US-geführte
Allianz ihre Anwesenheit mit Kampfflugzeugen und Truppen in Russlands
Nachbarländern aufgestockt hat. Anders Fogh Rasmussen, Generalsekretär
der 28-Mitglieder-NATO-Organisation, hat dazu aufgerufen, die
Angliederung von Georgien, Mazedonien, Montenegro und
Bosnien-Herzegowina in den Atomwaffen-Pakt zu beschleunigen. Dies
zusätzlich mit einer schnell von der NATO und der NATO-gestützten Junta
in Kiew ausgearbeitetem Abkommen über gemeinsame Militärmanöver auf dem
ukrainischen Territorium.
Dies stellt eine neue Art von Politik dar, die man "Surrealpolitik"
taufen könnte. Die vormalige Realpolitik des vergangenen Kalten Krieges
mag zynisch und kaltschnäuzig gewesen sein, aber zumindest beruhteihr
Denken auf einer objektiven Realität, die von den konkurrierenden Seiten
erkannt und daher bewältigt werden konnte. In dieser neuen surrealen
Politik gehört die Version der Realität der einen Seite mehr in das
Reich der Phantasie, die jeden Dialog in der politischen
Auseinandersetzung beinahe, wenn nicht völlig unmöglich macht.
Die NATO installiert ein nicht gewähltes Regime in Kiew durch einen Coup
gegen die legal gewählte Regierung. Das ist Tatsache. Aber in der
surrealen Welt Washingtons und seiner NATO-Alliierten wird dieser Fakt
in die fiktive Vorstellung umgedreht, dass die Ereignisse in Kiew im
Februar der Höhepunkt "einer demokratischen Revolution" gewesen seien.
Von dem objektiven Bericht werden solche Details weggewischt, dass das
neue Regime sich die Macht anmaßt durch eine Kampagne durch vom Westen
unterstützte Gewalt auf den Straßen und Terrorismus und tödliche Schüsse
auf Politzisten.
Ohne irgendwelche Beweise hat das von Scharfschützen geschaffene Regime
in Kiew, das prompt als rechtliche "Regierung" vom Westen und seinen
Medien anerkannt wurde [womit de facto eine Abspaltung des westlichen
Teils stattfand, da dieser keine Gewalt über den Ostteil ausübte. D.
Ü.], den Spieß umgedreht und den russische Geheimdienst sowie den
gestürzten Präsidenten Janukowitsch der Todesschüsse besschuldigt.
Natürlich wurde das belastende enthüllte Telefongespräch vom 26. Februar
zwischen EU-Außenministerin Ashton und Estlands Urmas Paet über die vom
Westen eingeschmuggelten Scharfschützen praktischerweise in westlichen
Aufzeichnungen gestrichen.
Dann hatte die offen faschistische Junta es sehr eilig, repressive
Gesetze gegen die Majorität der ethnischen russischen Bevölkerung im
Osten zu erlassen. Ihre politischen Führer, wie die verurteilte
Betrügerin Julia Timoschenko, gerade aus dem Gefängnis entsprungen,
rufen zum Massenmord an den Russen und anderen Opponenten auf - und als
Proteste in den Städten des Ostens gegen die Junta in Kiew entstehen,
werden die Demonstranten "Terroristen" genannt.
Obendrein drehen Demagogen wie Timoschenko, die Witze über Atombomben
gegen Russen machte, alles um und klagen Moskau der Einschüchterung an.
US- Außenminister Kerry säubert dann solch empörende Provokationen,
indem er den Unsinn von russischer Einschüchterung noch nachplappert.
Der Sprecher des Weißen Hauses Jay Carney klagte diese Woche Moskau an,
Subversion und Gewalt in der Ostukraine zu schüren, womit er dem Regime
in Kiew grünes Licht gibt, seine neonazi-Paramilitärs nach Donezk und
Charkow zu schicken, um die dortigen Demonstrationen zu ersticken, die
verständlicherweise beunruhigt sind über die öffentlich ausgesprochenen
Drohungen des NATO-installierten Regimes.
Die Menschen in Donezk, Charkow und anderen Orten haben gesehen, wie
Anarchie und Gangsterpolitik in Kiew mit voller westlicher
diplomatischer und finanzieller Hilfe belohnt wurden. Verfassung und
internationales Recht wurden in den Müll geworfen. Weshalb also kann das
Volk im Osten nicht, wie die Bevölkerung der Krim es bereits tat, seine
eigene politische Autonomie angesichts dieses bewussten politischen
Banditentums errichten? Welche moralische oder legale Autorität hat die
NATO-gestützte Bande in Kiew, die auf kriminelle Weise die Macht
ergriff, andere zu belehren? Die obendrein explizite Drohungen gegen
Leib und Leben gegen die Menschen im Osten richtete?
Von Moskau ergriffene Sicherheitsmaßnahmen, um für den Schutz ethnischer
Russen bereit zu sein, sind äußerst vernünftig im Licht vergangener und
jetziger Erfahrung. Die sogenannten Minister von Svoboda und des
Rechten Sektors in Kiew huldigen den ukrainischen Faschisten des 2.
Weltkrieges, die bei der Nazi-Vernichtung von Millionen Ukrainern
mitwirkten. Wenn die jetzigen Faschisten zur "Säuberung ihres Landes von
Russen" und "Köpfe einschlagen" aufrufen, dann erweckt das deutlich
Erinnerungen an die schlrecklichsten Episoden des 20. Jahrhunderts.
Gleichwohl stellen Leute wie John Kerry die Realität auf den Kopf und
beschuldigen Moskau des dunklen Atavismus des 20. Jahrhunderts.
Was westliche Regierungen, die NATO und ihre Marionetten-Junta in Kiew
tun, ist eine rücksichtslose und lächerliche Selbstdarstellung, der jede
Realität abhanden gekommen ist. Im Schatten dieser halluzinatorischen
Politik klagen die Faschistenlümmel Moskau der "Aggression" und "der
Verletzung der Souveränität der Ukraine" an.
Die NATO verstärkt diese aufreizenden Anklagen noch durch die
Behauptung, dass russische Sicherheitssorgen den Frieden und die
Stabilität ganz Europas bedrohen; womit sie der Organisation eerlauben,
die Expansion ihrer Kräfte bis an die russischen Grenzen voranzutreiben
in flagranter Verletzung der nach dem Kalten Krieg zwischen Washington
und Moskau getroffenen Abkommen über die Nichterweiterung von
NATO-Militärs in diese sensitive Zone.
Wie Alexander Gruschko, Russlands Botschafter bei der NATO, kürzlich
sagte: "Die Behauptung von Moskaus aggressiven Absichten, die eine
Bedrohung der NATO-Länder seien, ist absolut grundlos und weit
hergeholt. Wenn irgendeine Gefahr entsteht, dann ist es die von
nationalistischen und radikalen Kräften in der Ukraine und falls sich
die Situation in dem Lande weiter verschlechtert." Gruschko fügte hinzu:
"Die zusätzlichen Maßnahmen [von der NATO angekündigt] für den
sogenannten Schutz der osteuropäischen Mitglieder sind absolut
ungerechtfertigt."
Willkommen in der Welt der surrealen Politik, wo alles, was du
versicherst wahr zu sein, wahr ist, auch wenn alle Beweise
dagegenstehen.
Als der russische Außenminister die NATO an ihre Verpflichtungen laut
der Erklärung von Rom und andere frühere Verträge mit Moskau über
nicht-Expansion erinnnerte, sagte er: "Wir erwarten nicht irgendeine
Anwort, sondern eine Anwort mit Respekt auf die von uns aufgestellten
Regeln."
Es ist ein beunruhigendes Zeichen der surrealen Politik, die in den
westlichen Hauptstädten um sich greift, wenn der NATO-Boss Anders Fogh
Rasmussen unvermittelt Lawrows Staatskunst in Frage stellt. Angesichts
des Ernstes der Angelegenheit erscheint es mehr als unhöflich, dass
Rasmussen einen giftigen Kommentar auf Twitter veröffentlicht und
schreibt, dass die Sorgen von Russlands Spitzendiplomat bloß "Propaganda
und Desinformation" seien.
Die NATO und Washington verdrehen nicht nur die Fakten und die
Wirklichkeit über die Ukraine und die größeren geopolitischen
Implikationen. Die rücksichtslose Verzerrrung geht einher mit einer
Verachtung, die der albernsten, halbblinden Arroganz entspringt.
Die Frage ist, wie man mit solchem Wahn umgehen soll.
Quelle
http://einarschlereth.blogspot.com/2014/04/washingtons-und-natos-neue-surreale.html