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Freitag, 25. März 2016

Wer versucht da eigentlich Europa zu sprengen?



Ich war nach den Terroranschlägen vom Mittwoch in Brüssel völlig entsetzt. Der erste Gedanke war: Nimmt denn das nie ein Ende? Flugzeugabstürze, Sprengstoffattentate, Einsatz von Waffen gegen unschuldige Bürger, Ströme von illegalen Eindringlingen …. Warum? Wer steht da dahinter?

Von Thomas Roth
Die Verantwortung für die in Brüssel veranstalteten Terroranschläge hat ISIL übernommen. So hat man uns gesagt. Die Terroristen, die Islamisten, die Fundamentalisten… ISIL (Islamischer Staat vom Irak und Levante), später nur noch IS, in Russland – und es verbreitet sich – sagt man Daesh (IS auf arabisch). Die sollen es gewesen sein. Aber man hat vergessen, uns zu sagen, warum der IS das getan haben soll. Und noch eins haben sie vergessen, uns zu sagen: wer bezahlt eigentlich den IS. Wenn es überhaupt der IS war … Eine Behauptung allein reicht nicht!

Ich erinnere daran, dass sie uns nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sagten, dass diese von den Terroristen der al-Kaida begangen wurden. Sie führten uns sogar die Pässe vor, die im Feuer in wunderbarer Weise erhalten geblieben waren, das nach dem Bericht der Untersuchungskommission sogar die Stahlstützen der Zwillingstürme geschmolzen hat. Erst dann hat sich herausgestellt, dass die Türme ganz und gar nicht vom Auftreffen der Flugzeuge eingestürzt sind, sondern infolge der industriellen Bauweise und dass sie im freien Fall zusammenbrachen, d.h., die Stützen gingen sofort im ganzen Gebäude verloren. Aber zurück nach Europa.
Warum hätte der IS diese Terroranschläge in Brüssel veranstalten sollen? Aus Rache? Stürmte denn die Armee Brüssels Palmira, Aleppo und Rakka? Oder ist europäischer Ersatz nach Syrien gekommen, um die russische Truppe abzulösen? Womit hat Europa bei den Islamisten solche Unzufriedenheit ausgelöst, sie wollten doch nach der offiziellen Version für die Bildung eines neuen Staates auf dem Territorium Syriens und des Iraks kämpfen?
Nehmen wir mal an, dass die Islamisten planen, Europa zu besetzen. Aber dafür muss man doch keine Terroranschläge veranstalten. Die Durchdringung der EU-Länder mit Moslems verwirklicht sich ohne jeden Terroranschlag viel unauffälliger und günstiger. So werden die Terroranschläge eher zu einem negativen Ergebnis – sie führen zur Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen und der Verschärfung der Migrationspolitik. IS hat das ganz eindeutig nicht nötig. Bis die Flüchtlinge in Europa erfolgreich angekommen sind, braucht es keine Terrorakte. Bedeutet das dann, wenn die Terroranschläge nicht vom Feind durchgeführt wurden, dass sie vom Freund organisiert wurden?
Mal so mittendrin, was wissen wir denn überhaupt von den Zielen des IS, was wissen wir überhaupt über den IS? Was ist IS und wie ist er entstanden? Wer zahlt für den IS?
Man kann sicher nicht sagen, dass wir es mit einer Armee von Schöpferislamisten zu tun haben, die sich entschieden haben, einen Staat neuen Typs zu schaffen. Ideen haben die sicher auch, aber sie haben den IS nicht geschaffen. Der IS ist auf dem Territorium des Iraks, das gerade von den Amerikanern von Saddam Hussein befreit wurde, entstanden. Die Wurzeln liegen in der überragenden amerikanischen Politik. Wer wortwörtlich von heute auf morgen eine 500.000 Mann-Armee entlässt, ohne darüber nachzudenken, wie die Leute ihre Familien ernähren sollen, wird geradezu in die Annalen des Terrorismus eingehen. Und als sie sich entschlossen, das Territorium des Iraks zu erobern, haben die IS-Kämpfer (in der Mehrzahl einheimische Sunniten) zur allgemein größten Verwunderung die irakische Armee leicht zurückwerfen können, die von den amerikanischen Fachkräften vorbereitet wurde. Haben sie die Armee schlecht vorbereitet? Oder kann es gerade sein, dass sie sie darauf vorbereiteten – auf die Seite der Terroristen überzulaufen? Vergessen wir bitte eins nicht: die USA haben schon lange keine Landstreitkräfte mehr, die bereit sind, für die Vereinigten Staaten zu sterben. Es könnte sein, dass der IS genau dafür gebildet wurde. Billig sind sie, willig sind sie, geführt werden sie von den alten Irakern, also professionell und die Bereitschaft zum Sterben ist ausgeprägt.
Der IS hat im Irak die Waffen ergriffen, die die USA lieferten. Er hat die Banken besetzt, in denen das Geld war. Und später bombardierten die Amerikaner lange den IS – aber nicht sehr erfolgreich. Jedenfalls trafen sie nicht mit Bomben sondern nur mit Paletten voller Waffen und Munition. Später schickte jemand dem IS die neuen Geländewagen – zu Hunderten. Und auf einem Video ist zu sehen, wie amerikanische Hubschrauber die Kolonne der Jeeps mit den Kämpfern begleiten.
Jemand anderes setzte die professionellen Aufnahmen von der Durchführung der Todesstrafen um. Er nahm dazu professionelle Kameras, verwendete einen guten Schnitt. Und dann stellte er diese Videos auf Youtube – bei Servern einer amerikanischen Gesellschaft.
Auch heute noch benutzt der IS die Verbindungen per Feldfunkstellen, Satellitentelefonen und den Mobilfunk amerikanischer Herkunft. Ob man die amerikanischen Nachrichtendienste daran erinnern muss, dass man x-beliebige Telefone, außer die speziell geschützten, abhören kann?

Wer zahlt denn nun für den IS?

Der IS ist eine Armee, die im Irak nach der Ankunft der Amerikaner entstand, die amerikanische Waffen bekam, die japanische Geländewagen (gekauft für amerikanisches Geld) erhielt, die amerikanische Munition von amerikanischen Flugzeugen abgeworfen erhielt, die Nachrichtenverbindungen nutzen, die amerikanische Gesellschaften gewährleisten, sie erzeugen moderne Videoprodukte und stellen sie auf Youtube ein – wer zahlt für den IS?
Und selbst wenn der IS kein direktes Produkt der USA ist, dann bedeutet das, er wurde von den Partnern der USA – solchen wie die Türkei (das NATO-Mitglied), Saudi-Arabien und Israel geschaffen. Wenn schon die USA den IS selbst nicht schufen, so störten sie die Partner wenigstens nicht dabei, es zu machen. Und aller Wahrscheinlichkeit nach halfen sie fleißig. 5 Jahre fühlten sie sich pudelwohl – sie konnten machen was sie wollten. Und dann kamen Putins Leute. Das trieb sie fast in den Wahnsinn, besonders weil sie nichts dagegen tun konnten.
Am wahrscheinlichsten ist, dass der IS das Ergebnis des kollektiven Schaffens einiger Länder – der USA, Saudi-Arabiens, der Türkei und möglicherweise auch Israels – ist. Der IS ist eine multinationale Armee neuen Typs, hinter der kein Staat steht und die deshalb auch kaum etwas kostet. Da der Kämpfer auch nicht mehr als 600 Dollar (z.Zt. auf Grund massiver Geldnot nur 300 Dollar) im Monat bekommt…
Der IS ist vergleichbar mit einer eigentümlichen transnationalen Gesellschaft, nur das er nicht Pampers oder Zahnpasta erzeugt, sondern Chaos und Terror. Und zwar Chaos und Terror im Interesse seiner Aktionäre. Erst erzeugte der IS Chaos und Terror in Syrien, jetzt ist bei den Aktionären das Interesse an der Entwicklung von Chaos in Europa entstanden. Aber für wen kann das Chaos in Europa gut sein?
Für die Europäer? Wohl kaum. Es sei denn als Vorgehensweise, um gegen die Gesellschaft der Migranten Stimmung zu machen, um weitere Gesetze voranzubringen. Aber für die bürgerliche deutsche Gesellschaft reicht die Geschichte mit der Gewalt zu Neujahr in Köln und in einer Reihe anderer Städte vollkommen aus. Merkel führt mit der Niederlage der CDU in den vor kurzem abgelaufenen Wahlen in den Landtag von drei Bundesländern das Fallen des Ratings vor, dass die europäische Gesellschaft ohne jeden Terror mit Stimmungsmache gegen die Migranten erzeugen kann. Terroranschläge hätten auch nicht mehr bewirkt.
Ob Israel oder die Saudis die Terroranschläge brauchen? Wohl kaum. Ich könnte mir jedenfalls nicht vorstellen, warum. Dafür kann ich mir vorstellen, warum die Türkei sie benötigen könnte – nämlich um die Migranten zu verteuern. In der letzten Zeit läuft die aktive Auktion, wie viel ist die Europäische Union bereit, Ankara dafür zu zahlen, dass die Türkei den Strom der Migranten durch ihr Territorium in Richtung Europas stoppen wird. Bis jetzt will die EU 3 oder 6 Milliarden Euro bezahlen und die Türkei will 20 Milliarden Dollar. Also bis zu 17 Milliarden Euro Differenz – das ist eine gute Summe, für die man sehr wohl etwas sprengen kann.
Aber noch besser kann ich mir vorstellen, warum die USA Chaos und Terror in Europa gut gebrauchen können. Europa ist für die USA nicht nur ein Partner, sondern auch ein Konkurrent – sowie eine Quelle des Kapitals, einschließlich von menschlichem. Europa ist ein altes Licht, die USA sind ein neues Licht. Die Kriege und Terroranschläge erzeugen das Chaos und den Terror im alten Licht (Europa) und führen zur Flucht des Finanzkapitals und "der Gehirne" ins neue Licht (USA). Es gibt so eine sprichwörtliche Redensart – das Kapital mag die Stille. Das bedeutet, dass das Finanzkapital immer dorthin wechselt, wo es  mehr Stabilität gibt, wo es weniger Risiken gibt und wo der Ertrag höher ist.
In letzter Zeit stößt die amerikanische Wirtschaft auf riesige Probleme. Für das weitere Wachstum der Wirtschaft muss man etwas unternehmen, man muss die Stagnation bei anderen belassen und man muss auswärts neue Krisen erzeugen. Die Druckwerkbank hat ihr Potential tatsächlich ausgeschöpft, weiter darf man den Dollar nicht schwächen, man muss ihn jetzt im Gegenteil festigen. Was ist zu tun? Eine der Varianten ist das Kapital zu zwingen, aus dem alten Licht ins neue, aus Europa in die USA, zu wechseln.
Der Zustrom von Kapital ist ein ausgezeichneter Stimulus für die Wirtschaft. Aber Zustrom von Finanzkapital ist zuwenig. Es sind auch Facharbeiter und helle Köpfe nötig. Das heißt, das menschliche Kapital. Und diese Aufgabe entscheidet sich auch mit der Methode Schaffung von Chaos und Terrors. Die Menschen mögen die Stille auch, genau wie das Geld, und bemühen sich, von den unruhigen Stellen, zu den Stellen zu wechseln, wo man den Geschäften nachgehen und mit dem geliebten Menschen ruhig leben kann. Indem sie die Stabilität in Europa herabsetzen, gewährleisten die USA für sich den Kapitalzufluss und auch den der gebildeten Fachkräfte, besonders der Jugend, die weniger am zu Hause hängen und aufsteigen wollen.
Übrigens ist Europa eine traditionelle Quelle der Gelehrten und der Ingenieure für die USA. Das eigene Bildungssystem in den USA kann nicht alle Bedürfnisse decken, deshalb importiert Amerika auch aktiv Studenten, Gelehrte und Ingenieure aus verschiedenen Ländern.
Wir kommen voran: Für wen kann das Chaos und der Terror im alten Licht wirklich am wichtigsten sein? Der Flow von 1 Prozent des Kapitals aus der EU in die USA hat kolossale Umfänge und es gibt also jene 20 Milliarden, die die Türkei gern haben möchte für die Unterbrechung des syrischen Migrantenstroms.
Ob die Terroranschläge auf dem Territorium Europas darauf abzielen? Ob der Strom der Flüchtlinge von Anfang an deshalb organisiert war? Doch die Flüchtlinge sind an und für sich auch so schon eine Quelle des Chaos und der Unruhen in Europa, sogar ohne jeden Terroranschlag. Sie sind eine Quelle der sozialen Spannungen, der Unbequemlichkeiten für die Einheimischen, der politischen Krise und der Haushaltskosten.
Heißt das etwa, dass das Chaos und der Terror in Europa Quelle für direkten US-amerikanischen Profit sind? Also wer sprengt Europa? Die Islamisten zu ihrem eigenen Vergnügen? Die Islamisten haben es geschafft, eine der größten Armeen der Region zu organisieren (was keine so einfache Sache ist, übrigens), die fremden Waffen zu erlernen, einen Teil des Iraks und Syriens einzunehmen, bei den amerikanischen Bombardierungen zu überleben, was weder Hussein, noch Ghaddafi mit ihren Armeen schafften.
Und wenn die Islamisten Europa schon nicht zum Vergnügen sprengen, dann muss es per Befehl geschehen sein. Für wen ist das vorteilhaft? Ich weiß nicht…  Ich weiß überhaupt nicht, ob Europa vom IS gesprengt wird. Diese Terroranschläge konnte im Grunde jeder einigermaßen organisatorisch Begabte vorbereiten und durchführen. Uns hat man einfach gesagt, dass diese Terroranschläge in Brüssel von den IS-Terroristen veranstaltet wurden. Aber warum der IS das nötig hatte – haben sie vergessen, uns zu sagen. Und wer den IS geschaffen hat – haben sie uns auch nicht gesagt.
Deshalb weiß ich nicht, war es der IS oder war er es nicht. Aber ich weiß, für wen es von Vorteil war!

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