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Sonntag, 28. April 2013

"Syrien macht Rebellen für Kampfstoff-Einsatz verantwortlich"

"Die syrische Regierung hat den Vorwurf, Chemiewaffen eingesetzt zu haben, erneut von sich gewiesen: Die mit Kampfstoffen bestückte Rakete, die am 19. März nahe Aleppo explodierte, sei von den Rebellen abgefeuert worden.

„Das Gebiet, von dem aus die Rakete abgefeuert wurde, wird von Terroristen kontrolliert und liegt unweit der türkischen Grenze“, sagte der syrische Informationsminister Omran Al-Zoubi am Freitag in Moskau. Er mutmaßte, dass die chemische Füllung der Rakete aus der Türkei stamme. Syrien sei bereit, russische Spezialisten zu Ermittlungen vor Ort einzuladen.

Der Minister berief sich auf ein YouTube-Video, das über einen Chemiewaffeneinsatz in Syrien informiert. Daraus gehe hervor, dass die Abschussanlage, mit der die Rakete abgefeuert wurde, mit türkischen Schriftzeichen markiert sei. „Wenn Sie sich den Film anschauen und das Bild vergrößern, sehen Sie türkische Aufschriften“, sagte der Minister. In der Türkei gebe es ein Unternehmen, das Dutzende chemische Substanzen herstellt, darunter auch die, die in Syrien angewandt worden sei. Diese Angaben könne man mit einer Internet-Suchmaschine finden.

Die syrische Regierung hatte Ende März bekannt gegeben, dass die Rebellen, die sich seit zwei Jahren blutige Gefechte gegen die Regierungsarmee liefern, in der nördlichen Provinz Aleppo Chemiewaffen eingesetzt und mindestens 25 Menschen getötet hätten. Die Opposition wies den Vorwurf von sich und beschuldigte die Regierungsarmee des Einsatzes einer Rakete mit chemischen Substanzen. Damaskus forderte eine UN-Ermittlung.

Die Vereinten Nationen setzten eine Ermittlungskommission mit dem schwedischen Wissenschaftler Ake Sellström an der Spitze ein. Sellström hatte bereits im Irak ähnliche Untersuchungen geleitet. Die von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon entsandte Expertengruppe blieb jedoch auf halbem Wege in Zypern stecken, nachdem die syrische Regierung bekannt gegeben hatte, vorerst nur den Vorfall in Aleppo aufklären zu lassen. Nach Ansicht des UN-Generalsekretärs müsste sich die Arbeit der Mission auf in ganz Syrien erstrecken.

Quelle: http://de.rian.ru/politics/20130426/266018757.html

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