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Dienstag, 25. März 2014

Alexander Solschenizyn (1998): Die ukrainischen Behörden leisten dem amerikanischen Ziel – Rußland zu schwächen, Vorschub

Aleksandr Solzhenitsyn А. И. Солженицын (1918-2008)
 Übersetzt von  Irina Snatschok Ирина Значок


Sehr scharf und erstaunlich genau erscheinen alle Gedanken und Prophezeiungen Alexanders Isajewitschs in dem Licht, das heute auf die Ukraine fällt. Im Jahre 1998, das jetzt schon etwas weiter zurückliegt, (viel zu viele Ereignisse haben wir seit dieser Zeit erlebt) hat  der russische Klassiker Alexander Solschenizyn  das Buch «Rußland im Absturz» geschrieben. In ihm ist das Kapitel «Die slawische Tragödie» enthalten, das sich liest, als ob es gestern geschrieben worden wäre. Lesen Sie den  vorliegenden Auszug aus diesem Kapitel:
Über die Krim

In der eigenständigen Entwicklung segne Gott die Ukraine mit jeglichem Erfolg. Ihr schwerer Irrtum  besteht gerade in dieser unmäßigen Erweiterung der Landflächen, die  bis zu Lenin niemals zur Ukraine gehört haben: die zwei Donezk-Gebiete, der ganze südliche Landstreifen Neurußlands  (Melitopol - Cherson-Odessa) und die Krim.

(Die Annahme des Geschenkes von Chruschtschow — zumindest die gewissenlose Aneignung Sewastopols,  ich spreche nicht nur von  den russischen Opfern sondern auch von den sowjetischen juristischen Dokumenten, die dem entgegenstanden, war staatlicher Diebstahl) …
 
Wie viele Russen haben mit Empörung und Schrecken dieses willenlos hingenommen, nicht im geringsten angefochten oder protestiert, und infolge  der Schlaffheit unserer damaligen Diplomatie, um 24 Uhr die Abgabe der Krim erlebt. Auch deren Verrat bei jedem späteren Krimkonflikt. Und widerspruchslos, ohne die geringsten politischen Schritte erfolgte die Abgabe Sewastopols, dem  Symbol des Heldentums des russischen Militärs. Die Missetat ist von unserer gewählten Regierung ausgeführt worden — doch auch wir, die Bürger, sind völlig mitschuldig, wir haben uns nicht rechtzeitig widersetzt. Und jetzt müssen sich die nächsten Generationen in langer überschaubarer Zeit damit abfinden…
 
Die Vertreibung der Schwarzmeerflotte aus Sewastopol ist eine niederträchtige, böswillige Verunglimpfung der ganzen russischen Geschichte des XIX. und XX. Jahrhunderts. Unter all diesen Bedingungen kann  Russland in keiner Form gleichgültig  die mehrere Millionen betragende russische Bevölkerung in der Ukraine verraten und  unserer Einigkeit mit ihr  ableugnen.
Über die russische Sprache
Die ukrainischen Behörden haben den Weg der verstärkten Unterdrückung der russischen Sprache eingeschlagen. Ihr wurde nicht nur versagt die zweite offizielle Staatssprache zu werden, sondern sie wurde rigoros aus Rundfunk und Fernsehen sowie aus der Presse verdrängt. In den Hochschulen wird - von der Aufnahmeprüfung bis zu dem Diplomprojekt — alles nur auf Ukrainisch durchgeführt, und wenn die Terminologie fehlt, windet man sich heraus. Aus den Lehrprogrammen der Schulen wurde die russische Sprache restlos ausgeschlossen— wo man sie als "ausländisch", als fakultativ zurückstuft; vollständig eliminiert wurde die Geschichte des russischen Staates, und aus dem Programm in der Literatur wurde wohl die ganze russische Klassik entfernt.  Es ertönen solche Anschuldigungen, wie «die sprachwissenschaftliche russische Aggression» und «russifizierte Ukrainer als fünfte Kolonne». Es wird nicht mit dem methodischen Aufstieg der ukrainischen Kultur begonnen, sondern mit der Unterdrückung der russischen Kultur.  Und hartnäckig unterdrückt man die Ukrainische Orthodoxe Kirche, die mit ihren 70 % ukrainischen Orthodoxen dem Moskauer Patriarchat treu geblieben ist …
 
Die fanatische Unterdrückung und  Verfolgung der russischen Sprache (die in den jüngsten Umfragen von mehr als 60 % der Bevölkerung Ukraine als Hauptsprache benannt wurde) ist einfach eine grausame Maßnahme, ja und sie ist gegen die kulturelle Perspektive der Ukraine selbst gerichtet.
 
Reise in den Abgrund, Josetxo Ezcurra, Tlaxcala
Über die ukrainische Sprache

Im abgetrennten Galizien, war mit  österreichischer Unterstützung  das verzerrte Ukrainisch gezüchtet worden, das keine  Volksprache darstellt, denn sie war  mit deutschen und polnischen Wörtern  durchsetzt.
 
Sogar die ethnisch-ukrainische Bevölkerung beherrscht oder verwen-det die ukrainische Sprache meistens nicht. Das bedeutet, daß Maßnahmen bevorstehen durch die alle Ukrainer gezwungen werden die ukrainische Sprache zu sprechen. Dann wird es offensichtlich die nächste Aufgabe sein, die Russen zu zwingen,  Ukrainisch zu sprechen  (und wie soll das ohne Zwang vor sich gehen)? Zudem hat sich die ukrainische Sprache  bis jetzt noch nicht  bis in die Komplexität und die höchsten Ebenen von Wissenschaft, Technik und Kultur hinein entwickelt — man muß diese Aufgabe erledigen. Außerdem muß man  die ukrainische Sprache notwendiger Weise auch im internationalen Verkehr unentbehrlich machen. Wahrscheinlich werden alle diese kulturellen Aufgaben wohl mehr als ein Jahrhundert erfordern - oder? Aber zur Zeit lesen wir Mitteilungen über die Unterdrückung der russischen Schulen, sogar von rowdyhaften Angriffen auf  russische Schulen, der Abstellung der Übersetzung des russischen Fernsehens  bis hin  zu dem Verbot, das den Bibliothekaren auferlegt worden ist, mit den Lesern russisch zu sprechen, -  ist das wirklich ein Entwicklungsweg der ukrainischen Kultur?
Über die Pläne des Westens
Die antirussische Position Ukraine ist gerade das, was auch die USA benötigen. Die ukrainischen Behörden leisten  dem US-amerikanischen Ziel, Rußland zu schwächen, dienstbeflissen Vorschub. Das entwickelte sich auch  schnell und hat sich bis zu «den besonderen Beziehungen der Ukraine mit der NATO» und bis zu den Manövern der US-amerikanischen Marine im Schwarzen Meer hin entfaltet. Zwangsläufig  wird man an den unsterblichen Plan von Parvus aus dem Jahre 1915 erinnert: die Ausnutzung des ukrainischen Separatismus, um Rußlands erfolgreich ins Chaos zu stürzen und zu zerstören.







Danke Tlaxcala
Quelle: http://www.kp.ru/daily/26209.4/3093851/
Erscheinungsdatum des Originalartikels: 20/03/2014
Artikel in Tlaxcala veröffentlicht: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=11843


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