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Samstag, 31. März 2012

Juppé vom eigenen Ministerium beschuldigt, Berichte über Syrien gefälscht zu haben


Die Kriegstreiber der City of London in Frankreich -- SarkoCIA und Juppe
Ein hochrangiger französischer Beamter hat am 19. März 2012 arabische Journalisten mit Sitz in Paris eingeladen, um ihnen die Auseinandersetzungen darzulegen, welche sich die französische Regierung im Allgemeinen und insbesondere der Quai d’Orsay (Außenministerium) zurzeit über Syrien liefern.



Laut dieser Person hätte der französische Botschafter in Damaskus, Eric Chevallier – dessen Botschaft gerade geschlossen wurde und der nach Paris zurückgekehrt ist -  seinen Außenminister vor seinen Kollegen angegriffen. Er hätte Alain Juppé beschuldigt, seine Berichte und Zusammenfassungen verfälscht zu haben, um einen Krieg gegen Syrien zu provozieren.

Zu Beginn der Ereignisse im März 2011 schickte der Quai d’Orsay Ermittler nach Deraa, um herauszufinden, was dort passiert war. Ihr nach Paris gesandter Bericht wies darauf hin, dass die Spannungen nach ein paar Demonstrationen nachgelassen habe. Dies stand im Widerspruch zu den Berichten von Al-Dschasira und von France24, nach denen die Stadt unter Feuer stünde und in Blut watete.  Der Botschafter beantragte die Erweiterung der Mission, um die Entwicklung der Ereignisse zu überwachen. Empört über diesen ersten Bericht, rief ihn der Außenminister an und forderte ihn auf, den Berich tzu  korrigieren und über eine blutige Niederschlagung zu berichten. Der Botschafter setzte dann den Missionschef in Deraa in einer Telefonkonferenz mit dem Minister in Verbindung, damit dieser bekräftigten konnte, dass es keine blutige Niederschlagung gäbe. Der Minister bedrohte den Botschafter und das Gespräch in kühler Atmosphäre.
Sofort danach übte das Kabinett von Alain Juppe Druck auf die AFP aus, die gefälschten Nachrichten des Ministers zu veröffentlichen.

In den folgenden Monaten wuchsen die Spannungen zwischen dem Botschafter Eric Chevallier und Alain Juppe, bis es zur Affäre der iranischen Geiseln und zum Tod des angeblichen “Journalisten” Gilles Jacquier kam, der für den französischen Auslandsgeheimdienst arbeitete.  Bei dieser Gelegenheit erhielt der Botschafter den Auftrag, die unter Pressedeckung arbeitenden Agenten des DGSE (Direction Générale de la Sécurité Extérieure) aus Syrien herauszuschleusen. Nun erkannte der Botschafter die Bedeutung der geheimen Bemühungen von Alain Juppé [1].

Offenbar hat Alain Juppe als ehemaliger Verteidigungsminister starke Freundschaften innerhalb des Militärs unterhalten und kann sich auf einige Agenten verlassen.
Derselben Quelle zufolge seien die Berichte des Botschafters vernachlässigt oder verfälscht worden. Dieser hatte wiederum im Bemühen, seine Äußerungen zu stützen, die Botschafterberichte anderer europäischer Amtskollegen an den Quai d’Orsay geschickt, welche alle bestätigten, dass Syrien keinem Zyklus von Demonstration/Repression ausgesetzt wäre, sondern dass das Land von ausländischen bewaffneten Gruppen destabilisiert würde. Nach seiner Ankunft in Paris hätte Eric Chevallier eine interne Untersuchung eingeleitet, um seinen eigenen Minister zu entlarven.

Diese Enthüllungen führten zu neuen Enthüllungen. Ein weiterer hoher Beamter sagte aus, dass Alain Juppé nicht nur in Konflikt mit seiner Regierung, sondern auch mit den Kollegen für Inneres und Verteidigung steht. Claude Guéant und Gérard Longuet hätten nicht nur mit General Assef Chawkat über die Ausschleusung der französischen Agenten aus dem islamischen Emirat von Baba Amr verhandelt [2], sondern auch über die Befreiung der drei von Syrien festgenommenen französischen Kommandos [3].

Am Sonntag, den 18. März, hat die in Beirut erscheinende, pro-syrische Tageszeitung Ad-Diyar bestätigt, dass drei französische Gefangene dem Stabschef der Armee (CEMA), Admiral Edouard Guillaud, übergeben wurden. Guillaud befand sich anlässlich einer angeblichen Reorganisation der französischen UNIFIL Kräfte im Libanon. Laut einer hohen und zuverlässigen syrischen Quelle  hätte der Admiral den vollständigen Abbau des Stützpunktes, den die französischen Militärs im Libanon installiert hatten, persönlich gewährleistet.
Der Konflikt zwischen Botschafter Chevallier und Minister Juppe ist seit langer Zeit bekannt. Am 4. April 2011 hatte das E-Journal Rue89 einen Artikel eines anonymen franko-syrischen Autors veröffentlicht [4]. Man konnte da lesen, dass der Botschafter “sich zum Sprecher des Regimes gemacht hätte, indem er behauptete, dass die Aufstände von Daraa und Latakia aus dem Ausland manipuliert würden und dass die Medien über die Realität lügen würden”. Zehn Tage später behauptete Georges Malbrunot in seinem Blog im Figaro, dass der Botschafter “völlig bascharisiert sei“ [5]. Schließlich hatte am 5 Mai  France24, ein unter der Kontrolle von Alain Juppé stehender Sender, den Botschafter des “Herunterspielens der Revolte” beschuldigt [6].
Der Konflikt zwischen dem Stabschef der Streitkräfte und Alain Juppe ist auch seit langer Zeit bekannt. Admiral Edouard Guillaud war nicht damit einverstanden, dass Alain Juppe, der damals Verteidigungsminister war, im Voraus den Sturz von Muammar el-Gaddafi geplant hatte. Mit diskreter Unterstützung seines neuen Ministers Gérard Longuet hatte er öffentlich Kritik geübt, als er den Befehl erhielt, die französischen Kräfte gegen Libyen zu mobilisieren.

Die Beziehungen Guéant-Juppe sind ebenso schlecht. Man erinnert sich an die typische Arroganz von Alain Juppe, mit der er seinen Einstig in die Fillon-Regierung mit der Forderung verband, Claude Guéant müsse das Generalsekretariat des Elysees verlassen, weil er mit ihm nichts zu besprechen habe.
Nach der Vereinbarung zwischen Washington, London und Moskau in Bezug auf die Unruhen in Syrien kann Alain Juppe immer noch auf Ankara, Riyad und Doha zählen. Auch die großen Medien verteidigen ihn, aber steht in Frankreich isoliert und der nötigen Mittel beraubt da, um seine Politik… es sei denn, natürlich, dass Präsident Sarkozy den Krieg erklärt, um den in den Umfragen verschollenen Kandidaten Sarkozy in der Wählergunst hochzuhieven.

Übersetzung :

Horst Frohlich/Nacharbeit: politaia.org
[1] « Glatter Reinfall der französischen Geheimagenten in Homs », von Boris V., Komsomolskaïa Pravda, 18. Januar 2012, deutsche Version von New Orient News auf Voltaire Netzwerk verfügbar.
[2] « Die Journalisten-Kämpfer von Baba Amr», von Thierry Meyssan, Voltaire Netzwerk, 5. März 2012.
[3] « Frankreich stellt wieder Militärzensur ein », Voltaire Netzwerk, 9. März 2012.
[4] « À Damas, le régime de Bachar el-Assad prépare un bain de sang », par Sadik H., Rue89, 4 avril 2011.
[5] « Syrie : quand l’ambassadeur de France déjeunait avec la bête noire des frondeurs », par Georges Malbrunot, L’Orient indiscret/Le Figaro, le 14 avril 2011.
[6] « L’ambassadeur de France en Syrie a clairement minimisé la révolte », par Julien Pain et Peggy Bruguière, France24, 5 mai 2011.
http://www.voltairenet.org/Alain-Juppe-von-seinem-eigenen



Quelle : 




http://www.politaia.org/terror/juppe-vom-eigenen-ministerium-beschuldigt-berichte-uber-syrien-gefalscht-zu-haben/

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