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Freitag, 27. Januar 2012

Griechenland: Gewerkschaften und Arbeitgeber ignorieren Premier Papademos

Es wird immer einsamer um den griechischen Premier Papademos: Die einstigen Todfeinde Arbeitgeber und Gewerkschaften haben gemeiinsam beschlossen, Papademos Vorschläge zur Arbeitsmarktreform abzulehnen. (Foto: Flickr/von Πρωθυπουργός της Ελλάδας)Die griechische Arbeitgeber haben mit den Gewerkschaften bei den Tarifverhandlungen in Athen eine Einigung erzielt: Sie werden Regierungschef Lucas Papademos nicht folgen. Der bestehende Tarifvertrag bleibt unangetastet. Es wird keine Lohnkürzungen geben. Auch das 13. und 14. Monatsgehalt bleiben bestehen.


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Beim Haircut dauern die Verhandlungen nun schon Monate (mehr hier). Bei den Lohnverhandlungen geht es wesentlich schneller. Erst am Mittwoch kamen Arbeitgeber und Gewerkschaften zu Lohnverhandlungen zusammen. Die Übereinkunft war praktisch über Nacht gefunden: Keiner der beiden Seiten ist bereit auf den Vorschlag von Premier Lucas Papademos, die Löhne der Arbeitnehmer im privaten Sektor zu kürzen, einzugehen. Tatsächlich bedeutet das, dass der Mindestlohn von 751 Euro brutto sowie die Sonderzahlung zweier Monatsgehälter erhalten bleiben. Geringverdiener erhalten damit eine Erhöhung um 2,6 Prozent – die jedoch noch in diesem Jahr unter der Inflationsrate liegen wird.

Es wird immer einsamer um den griechischen Premier Papademos: Die einstigen Todfeinde Arbeitgeber und Gewerkschaften haben gemeiinsam beschlossen, Papademos Vorschläge zur Arbeitsmarktreform abzulehnen. 

(Foto: Flickr/von Πρωθυπουργός της Ελλάδας)

„Wir sind auf dem richtigen Weg“ sagte Vassilis Korkidis, Leiter des griechischen Einzelhandelsverbands ESEE. Er fügt hinzu, man könne nicht dem Mindestlohn die Schuld an der Rezession und den zahlreichen Unternehmensschließungen geben.

Zuvor war der Druck auf beide Parteien erheblich gestiegen. Erst wurden Lohnverhandlungen von kommunistischen Protestlern gestürmt (mehr hier) Dann hatte Papademos gedroht, sollte keine Einigung zustande kommen, werde die Regierung eine Gesetzesänderung verabschieden. Diese Drohung muss der Regierungschef (ein ehemaliger Zentralbanker) jetzt wohl oder übel umsetzen. Ob ihm die Parteien dabei folgen werden, ist eine ganz andere Frage. Im Grunde zeigt sich in der beispiellosen, gemeinsamen Verweigerung der Gefolgschaft durch Arbeitgeber und Gewerkschaften eine nachhaltige Entfremdung der griechischen Politik von allen Beteiligten des Wirtschaftslebens.

Die Gespräche werden diese oder nächste Woche fortgeführt. Dann soll eine Einigung zur Senkung der Sozialversicherungsbeiträge erreicht werden, um Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziellen Druck zu nehmen. Auch diese Maßnahme wird im Endeffekt den Staatshaushalt weiter belasten. Eine Rettung Griechenlands durch Angela Merkel rückt so auch vonseiten der Griechen in immer weitere Ferne (mehr hier).






Quelle:

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/01/36974/

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