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Donnerstag, 16. Februar 2012

Endlich mehr Zeit für die Familie, Volksabstimmung am 11. März, 6 Wochen Ferien für alle!



Diese jämmerliche Bürokraten!

Keiner von ihnen arbeitet "hart" und genau sie fordern uns, um an der Urne am 11. März 2012 mit Nein abzustimmen. Normale Bürger / Arbeiter besitzen nicht das Privileg Politiker zu sein und Gesetze zu verabschieden, oder Gesetze in den Medien negativ darzustellen, um dann die Wahl in ihre gewünschte Richtung zu lenken. Meiner Ansicht nach fordere ich ein sehr dickes JA! Wieso ein JA fragen sich die Poliker in Bern? Gegenfrage von mir: Wieso nicht?



Ich lese gerade die ersten Zeilen über die Volksabstimmung am 12. März 2012. Erste Zeile: << Jede Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer hat heute in der Schweiz vier Wochen Ferien pro Jahr zugute. >> 4 mikrige Wochen im Jahr, Ok ich gebe zu das ist wirklich das Minimum, jedoch kommt man sich wie ein echter Sklave vor, wenn man diese Zeilen liest. Weiter im Text, Was will die Initiative? << Sie will auf diese Weise Produktivitätsfortschritte der Schweizer Wirtschaft an die Arbeitnehmer weitergeben. (Hier kommt's jetzt, gut mitlesen) -> Nach Auffassung des Inititivkomitees dienen mehr Ferien der Gesundheit der Arbeitnehmenden, bringen mehr Lebensqualität und tragen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei.>> Die Haltung von Bundesrat und Parlament gegenüber des Initiativkomitees ist einfach unglaublich. Meiner Meinung nach kommt diese Initiative nur den hartarbeitenden Menschen zugute. Jedoch wenn man die Zeilen des Bundes liest, interessiert er sich ein Dreck für seine Bürger. Familie, Gesundheit und Lebensqualität sind ihnen nichts wert, sondern nur die Wirtschaft.

-> Die Haltung von Bundersat und Parlament, weshalb ich ihre Theorie und Realitätsferne und ihr Dasein verabscheue. << Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab. Die geltende Ferienregelung hat sich bewährt. Sie lässt den Sozialpartnern die nötige Freiheit zu vereinbaren, wie auf eine gesteigerte Produktivität zu reagieren ist - mit höheren Löhnen, kürzeren Arbeitszeiten oder mehr Ferien. Ein Zwang zu mehr Ferien würde diesen Spielraum einschränken. >>

Der Bund will  den Arbeitgebern hiermit in ein paar Kurzen Sätzen erklären wie die "Ferieninitiative" abzulehnen ist und bringen diese Argumente:

1. Höhere Löhne - unrealistisch, da es jedes Jahr eine Teuerung gibt und die Lohnerhöhung immer 2 bis 3 Jahre nachhinkt, denken Arbeitgeber sowieso nie im Leben daran höhere Löhne zu vergeben. Alle Betriebswirtschaftsprofessoren der Welt lehren ihre Studenten die Verfolgung eines einzigen übergeordneten Ziels: Die Maximierung der Profite von Unternehmen. Alle anderen Lehrinhalte sind nachrangig bzw. nichts als ein Mittel zum Zweck, um dieses Ziel zu erreichen.

Zur Profitmaximierung gibt es 2 Möglichkeiten: Erstens möglichst hohe Umsätze/Preise (Maximalprinzip). Die lassen sich gegen den Wettbewerb nur selten durchsetzten. Zweitens möglichst niedrige Kosten (Minimalprinzip). Hauptansatzpunkt der Kostensenker sind die Personalkosten. Alle BWL-Professoren lehren alle Studenten: „Senkt die Personalkosten und beschäftigt so wenig Menschen wie möglich. Nutzt die Automation und optimiert die Produktionsprozesse. Ersetzt Menschen durch Computer, Software, Roboter, Maschinen und sonstige Technologien. Das betriebswirtschaftlich optimale Unternehmen ist voll automatisiert und hat Null Mitarbeiter. Bezahlt die Angestellten, die noch nicht wegrationalisiert werden können, so gering wie möglich. Tut Ihr das alles nicht, sind Eure Kosten im globalen Kostenwettbewerb zu hoch, und Ihr geht bankrott. Erwirtschaftet gleichzeitig den Unternehmenseigentümern so viel Gewinn wie möglich. Tut Ihr das nicht, werdet Ihr selbst ersetzt.“

2. Kürzere Arbeitszeiten - Wie soll das funktionieren? Wenn ihr z.Bsp. euch jetzt in eure Arbeit gedanklich versetzt, könnt ihr schneller arbeiten und früher aufhören? Unter noch höherem Druck als jetzt? Noch mehr Burnouts riskieren?

Genau danach handeln alle Unternehmen und Controller. Das System zwingt sie dazu. Beispielhaft begründete SAP-Vorstand Kagermann seine Haltung, 23% Rendite seien nicht genug, mit “Wir alle sind Getriebene.” Gleichzeitig (!) erklären alle VWL-Professoren, worum es in der VWL geht: Um die Funktion der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Damit Wirtschaft, Gesellschaft, Sozialsysteme und der Staat funktionieren, braucht man so viele Arbeitnehmer, so hohe Gehälter und so wenig Arbeitslose wie möglich.
Also: Alle BWL-Professoren lehren als Ziel für einzelne Unternehmen eine Beschäftigungsquote von 0%, und alle VWL-Professoren lehren als Ziel für die gesamte Wirtschaft eine Beschäftigungsquote von 100%. BWL- und VWL-Professoren erklären ihren Studenten somit das genaue Gegenteil, und das auch noch als alternativlos.
Erstaunlicherweise wundert sich niemand darüber. Und auch nicht darüber, daß es eigentlich die Aufgabe der zigtausenden Ökonomie- Professoren ist, die Probleme des Handlungsdrucks zu lösen. Bei diesem Problem haben sie nicht nur alle versagt – sie sind auch ganz offensichtlich Teil des Problems, und nicht der Lösung.

Also liebe Schweizer Blogleser, geht am 11. März an die Urne und wählt JA, 6 Wochen Ferien für alle!

Die Initiativseite:

http://www.sechswochenferien.ch/




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