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Donnerstag, 19. September 2013

Der Sellström-Report: Der Syrienreporter der UNO betreibt das Geschäft der NATO und Israels

Yoichi Shimatsu, 18. September 2013
übersetzt und zusammengefasst: Einar Schlereth


„Statt eine nicht-politiserte Untersuchung und Laboranalysen zu machen, wurde die UN-Untersuchung zu den angeblichen Nervengas-Angriffen in Syrien von Professor Åke Sellström geleitet, eine mysteriöse Figur, der seine Forschung und seine politisch-militärischen Beziehungen verschleiert.“ Naja, so besonders hat er sie nicht verschleiert. Er hat im Forschungsinstitut der schwedischen Armee gearbeitet und hat sich danach eine Karriere in der UN aufgebaut. Er hat allerdings 2002 mit Blix gemeinsam geschrieben, dass der Irak keine MWDs hat.
Hingegen hat Shimatsu herausgefunden, dass er z. B. die chemischen u nd biologischen Ursachen des 'Golfsyndroms' geleugnt hat oder die Bunker-Bombardierungen der Amis im Golfkrieg überhaupt nicht untersucht hat.

Es ging ihm wohl weniger darum, die Schuld des Irak, als die Unschuld der USA zu beweisen, die ja reichlich chemische Waffen und auch, nach Aussage von Prof. Busby, unbekannte Waffen im Irak eingesetzt haben.

Doch hat, wie Shimatsu schreibt, etwa der Amerikaner Scott Ritter eine hervorragende Kritik an den UN-Inspektoren geübt und sie als Team bezeichnet, das für Washington spioniert. Der Geruch der Spionage umgebe auch Sellström. Und Shimatsu fragt sich, ob er für Washington oder Tel Aviv arbeite.
Shimatsu weist vor allem zu Recht darauf hin, dass die Schweden ihren Ruf als objektive und neutrale Makler ausnutzen, um noch besser spionieren zu können, zumal sie nicht offiziell Mitlgied der NATO sind, obwohl sie ständig mit ihr im Bett liegen.

Forschungsprogramme des Herrn Sellström werden etwa massiv von der EU unterstützt und US-Militärs drücken sich auch an den Unis, wo er lehrt, herum. Nun,  offiziell werden inzwischen im Norden Schwedens und auch anderswo gemeinsame militärische Übungen abgehalten. Und Shimatsu betont auch, dass der militär-industrielle Komplex mit Saab und Bofors an der Spitze nicht gerade friedensliebend und neutral genannt werden könne.

Außerdem gäbe es eine Israelisch-Schwedische Forschungs-Kooperation, die von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften gefördert werde, die auch Stipendien und Preise verteile. Nun ja, das ein herzallerliebstes Einverständnis zwischen Schweden und Israel besteht, auch auf geheimdienstlichem Gebiet (dem so mancher Palästinenser dem Mossad ans Messer geliefert wurde), ist bekannt. Und Shimatsu weiß auch, dass bewusste schwedische Akademiker zum Boykott dieser Kooperation aufgerufen haben.

Aber dann macht Shimatsu ein paar wichtige Angaben, die mir unbekannt waren. Ich zitiere:
„Der Begriff „relativ umfassende“ Angriff mit Chemiewaffen, der in der Einleitung des Berichts benutzt wird, ist übertrieben, denn jeder große Angriff mit Sarin würde zu zehntausenden augenblicklichen Todesfällen führen, besonders, wenn sie von militärischen Raketen abgeschossen worden wären. Die ersten Videos aus Ghouta zeigten Bewohner, die aus ihren Häusern auf die Straße drängten und nach frischer Luft schnappten. Wären wirklich Raketen angewendet worden, wäre jeder von ihnen sofort tot gewesen. Das Gas muss vielmehr aus Versehen im Haus ausgetreten sein, wahrscheinlich aus einem geheimen Versteck der Rebellen.

Chemische Überreste von angeblichen Raketen wären durch die Hitze des Aufschlags oxidiert und gewiss würden keine organophosphat-Spuren gefunden werden, da Sarin so entwickelt wurde, dass es sich nach 20 Minuten auflöst. Und die Raketen sind so gebaut, dass sie ein binäres System benutzen, durch das zwei chemische Vorläufer bei der Versprühung in der Luft vermischt werden. Man braucht also keine Stabilisator und Zerstäuber, was bedeutet, dass es keine identifizierbare Chemikalien gibt.“

Nun, die Inspektoren kamen auf jeden Fall um Wochen zu spät. Wohl um 1000- prozentig sicher zu sein, keine Spuren mehr zu finden. Die Todeszahl lässt sich auch nicht feststellen, denn kein Video zeigten mehr als ein dutzend Personen auf einmal. Und die Szenen mit eingewickelten Kindern seien typische Kriegspropaganda. Besonders unglaubwürdig, wenn man nur ein paar Gesichter sähe (siehe MutterAgnes Miriams Report). Das erinnere mehr an Theater als an glaubwürdige Berichterstattung, sagt Shimatsu.

Sellströms Strategie sei,  Andeutungen in Richtung Assad zu machen und alternative Möglichkeiten außer Acht zu lassen. Sellström will vor allem die USA von jedem Verdacht reinwaschen, dass sie Vorläufer-Gase zusammen mit Liefer- und Lagerungs-Technologien geliefert haben.

Abschließend schreibt Shimatsu, dass Sellströms Bericht unglaubwürdig sei und dass er persönlich kompromittiert sei, politisch und finanziell. Er wirke am geopolitischen Ziel Washingtons mit, Syrien seiner begrenzten Abschreckung  gegen Israels Atomwaffen zu berauben. Nervengas ist gewiss nicht besonders effektiv verglichen mit atomaren Sprengköpfen, aber Israels Ziel sei offenbar, die „absolute strategische Vorherrschaft gegenüber den arabischen Staaten und den Iran zu gewinnen. Mit dem neuen Report ist Tel Aviv seinem Traum, alle seine Nachbarn wehrlos und gespalten zu machen, ein riesigen Schritt näher gekommen.“

Quelle - källa - source

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