Aktuell

Montag, 21. Februar 2011

Jets beschiessen Demonstranten – Ghadhafi soll auf der Flucht sein





Die Hafenstadt Benghazi ist offenbar in der Hand der Protestbewegung. Ghadhafi könnte sich Gerüchten zufolge nach Venezuela abgesetzt haben.

Das Staatsfernsehen verkündete am Montagabend, die Sicherheitskräfte hätten einen Einsatz gegen «die Rückzugsorte der Saboteure und Terroristen» gestartet. Mehrere Menschen seien getötet worden. Dem Bericht zufolge riefen die Sicherheitskräfte die Bürger des Landes zur Zusammenarbeit auf, «um die Sicherheit wieder herzustellen». Der Ort des Einsatzes wurde nicht genannt. Das Fernsehen zeigte in dem Bericht Bilder einer Demonstration von Anhängern des libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi.

Libysche Diplomaten fordern Flugsperre

Vertreter Libyens bei den Vereinten Nationen haben Ghadhafi zum Rücktritt aufgefordert. Der stellvertretende UN-Botschafter Ibrahim Dabbaschi erklärte, «das libysche Volk werde sich Gaddafis entledigen», sollte er sein Amt nicht niederlegen.


Ausserdem drängte Dabbaschi die internationale Gemeinschaft, eine Flugsperre über Libyen zu verhängen, um zu verhindern, dass Ghadhafi und seine Sicherheitskräfte aus dem Ausland mit Söldnern, Waffen und Vorräten versorgt werden können.

Inzwischen haben auch drei Mitarbeiter der libyschen Botschaft in Schweden aus Protest gegen das blutige Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Opposition die Ämter niedergelegt. In einem Brief an die schwedische Nachrichtenagentur TT verurteilten sie «den Völkermord an Zivilisten in Libyen» und riefen Kollegen auf, ihrem Beispiel zu folgen. Die drei sind nach eigenen Angaben schwedische Staatsbürger.

Einer von ihnen, Sajed Dschalabi, sagte der Nachrichtenagentur AP, es wäre «heuchlerisch», der libyschen Regierung zu helfen, «während wir zusehen, wie sie das Volk auf den Strassen angreift». Der Mann arbeitete nach eigenen Angaben seit 2004 als Dolmetscher.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen