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Dienstag, 18. Januar 2011

"Mini-Bilderberger" treffen sich

CVP-Präsident Christophe Darbellay (links) geht durch den
Eingang des Nestlé-Tagungszentrums in La-Tour-de-Peilz.
Die Top-Shots aus Wirtschaft und Politik sind in einer Nestlé-Villa bei Vevey zur Geheimkonferenz.

18:48
Der Car mit den Hauptteilnehmern trifft ein. Christophe Darbellay und Urs Schwaller steigen aus. Insgesamt sind es rund 30 Personen. Die 10 protestierenden Aktivisten rufen «we want transparency» und «Mini-Bilderberger», in Anspielung auf die Bilderberg-Konferenz, an der laut Verschwörungstheoretikern jeweils über das Schicksal der Welt entschieden wird.

18:46
Eine erste Limousine mit Zürcher Kennzeichen fährt vor. Eine Person steigt aus und eilt unerkannt ins Kongressgebäude.

18:21
Ein Polizeiauto ist aufs Gelände gefahren, vermutlich ein Zeichen, dass die Teilnehmer bald eintreffen werden.


17:20
Vor dem Rive-Reine-Kongresszentrum warten vier Aktivisten von «We are change», einer Organisation mit Hang zu Verschwörungstheorien. Sie haben Kameras dabei und wollen Interviews mit den Teilnehmern der Konferenz führen. Zuvor wurden sie laut eigenen Angaben von einem Security-Mitarbeiter vom privaten Grund des Kongresszentrums verwiesen.

Ganz vorne sind erkennbar Gerold Bührer von economiesuisse (Gangplatz rechts)
und Walter Kielholz (zweite Reihe links), VR-Präsident der Swiss Re und Verwaltungsrat der CS.
16:55
Vor dem Hauptgebäude von Nestlé ist alles ruhig. Laut Programm dürften die Politiker und Wirtschaftschefs jetzt beim Apéro sein, bevor sie später zum Kongresszentrum verschieben.

16:02
Die CVP kommt ebenfalls an die Nestlé-Tagung. Um 16 Uhr fährt ein Bus der CVP vor. Wer darin sitzt, ist nicht zu erkennen.

15:36
Eingetroffen ist der ehemalige Finanzminister und heutige Verwaltungsratspräsident der UBS, Kaspar Villiger. Er sei gut vorbereitet, sagt er zu 20 Minuten Online. Über die mediale Aufmerksamkeit zeigt er sich genervt. Er fände es daneben, welche Aufregung die Journalisten um die Tagung machen würden, sagt Villiger. Es sollte doch noch möglich sein, ein solches Treffen durchzuführen.

Alt Bundesrat und VR-Präsident der UBS, Kaspar Villiger, trifft beim
Nestlé-Hauptgebäudein Vevey ein.
15:32
Nun beginnen die schwarzen Luxuslimousinen vorzufahren.

15:28
Die Zahl der Journalisten hält sich vor dem Hauptsitz in Grenzen. Es ist nur ein Kamerateam des Westschweizer Fernsehens TSR vor Ort.

15:23
Vor dem Hauptgebäude von Nestlé in Vevey ist eine Reihe von Parkplätzen für die Teilnehmer der Rive-Reine-Tagung abgesperrt. Noch ist alles ruhig.

Das Treffen erregt immer wieder Aufmerksamkeit, weil die Teilnehmerliste geheim ist.


Mehrere Limousinen und ein Car mit den Einflussreichen sind kurz vor 19 Uhr beim Nestlé-Tagungszentrum Rive-Reine in La-Tour-de-Peilz eingetroffen. Die wenigen Demonstranten forderten Transparenz und skandierten «Mini-Bilderberger». Verschwörungstheoretiker unterstellen den Teilnehmern der jährlichen Bilderberg-Konferenz, sie würden hinter dem Rücken der übrigen Menschenheit über das Schicksal der Welt bestimmen.

Das exklusive Treffen der Mächtigen hatte bereits um 16.30 Uhr im Nestlé Hauptsitz in Vevey begonnen. Nach einem Apéro hat sich die illustre Garde aus Topmanagern, Magistraten und einigen Partei- oder Fraktionschefs dann per Reisecar ins einige Kilometer entfernte Tagungszentrum zurückgezogen.
An der Rive-Reine-Tagung diskutieren die Konzernchefs und Politiker über das Thema Demografie. Als Experte ist laut «Tages-Anzeiger» der Hamburger Professor Reinar Münz eingeladen. Offiziell spricht man von lockerem Gedankenaustausch. Anderer Meinung ist Autor Viktor Parma: Er schreibt in seinem Buch «Machtgier», dass an der Rive-Reine-Tagung über die Zukunft der Schweiz bestimmt wird. 2010 diskutierte der «Club der Einflussreichen» über die Themen Abwehr der Abzockerinitiative und Boni-Steuern.

Einladung als grosse Ehre
Die Rive-Reine-Konferenz ist eine Art Schweizer WEF, nur dass an der Tagung am Genfersee alles hinter verschlossenen Türen stattfindet. Während in Davos vor laufender Kameras diskutiert wird, ist beim Rive-Reine-Treffen die Öffentlichkeit ausgesperrt. Die Mächtigen bleiben unter sich. Wer teilnimmt - oder besser gesagt eine der begehrten Einladungen erhält -, ist geheim.
Die Einladung an die Rive-Reine-Tagung gilt als Ehre. Dieses Jahr unterzeichnete das Schreiben der ehemalige Nationalbankpräsident und heutige Nestlé-Verwaltungsrat Jean-Piere Roth. Stammgast bei der Tagung, die 1975 das erste Mal durchgeführt wurde, ist der Abt von Einsiedeln, Martin Werlen. Vertreten ist meist auch der Blocher-Clan - zuletzt durch Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher, der Tochter von alt Bundesrats Christoph Blocher. Nie zuteil wurde die Ehre einer Einladung angeblich dem 2010 verstorbene Swatch-Gründer Nicolas Hayek. Er soll als zu rebellisch gegolten haben.

Ursula Wyss geht nicht
An der Rive-Reine-Tagung erwartet werden hingegen Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann sowie Natinalbankpräsident Philipp Hildebrand. Zudem dürfte UBS-Chef Oswald Grübel und Novartis-VR-Präsident Daniel Vasella anwesend sein. Zur Rive-Reine-Tagung eingeladen war auch SP-Fraktionschefin und Berner Ständeratskandidatin Ursula Wyss. Die Nationalrätin verzichtet aber aus Termingründen auf eine Teilnahme, wie sie 20 Minuten Online auf Anfrage mitteilte. Zudem findet sie: «Das geheimnisvolle Gehabe ist problematisch.»
Wer beim Geheimtreffen tatsächlich vorfährt und ob die Globalisierungskritiker von Greenpeace und der Erklärung von Bern (EvB) die Rive-Reine Tagung erneut zu stören versuchen, erfahren sie bei 20 Minuten Online.

Was ist das bitteschön für eine Christliche Volkspartei die sich mit den Grössten der Wirtschaft trifft?

Volksnah soll sie sein, die CVP... . Von wegen volksnah. Das Ekel aller Schweizer Parteien trifft sich im Rive-Reine in Vevey zur geheimen Sitzung. Was hat Geheimhaltung mit Volksvertretung zu tun? Da käme eher der Begriff Volkszertretung in Frage, denn wie wir sehen, vertreten sie nur die Wirtschaft im Bundeshaus. Kein Verständnis für unsere Armut im Land, kein Verständnis für die weltweit höchste Selbstmordrate, kein Verständnis für Menschen! Wir sprechen hier von der Schweiz, die welteweit die höchste Selbstmordrate aufweist, doch es wird verschwiegen.

Die Schweiz soll Vorbildfunktion für die Welt sein? Im Lügen oder in der Geheimhaltung? Ist ja beides das selbe Übel. Wie nehmen die Politiker, die VR-Präsidenten und die CEOs der grössten Firmen der Schweiz, sich das Recht über unsere Zukunft und unsere Verschuldung zu bestimmen? Ich sage nur - Fuck You!
Ist vulgär, aber sie machen dasselbe mit uns - nur merken wir bzw. die Meisten nicht wie wir täglich verarscht werden. Sie sagen auch Fuck You, aber wir hören es einfach nicht. Wir spüren es am eigenen Leib, dass etwas nicht stimt!

wake up!

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