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Montag, 31. Januar 2011

Ägyptische Armee wird keine Gewalt anwenden


Während für morgen, Dienstag, in Ägypten der „Marsch der Millionen“ gleichzeitig mit einem Generalstreik angekündigt wurde, gab ein offizieller Sprecher der Armee bekannt, dass diese keine Gewalt gegen die Demonstranten anwenden werde. Gleichzeitig fordert Israel jedoch Europa und Amerika auf, sich nicht gegen Hosni Mubarak zu stellen. Während sich das Weiße Haus der Situation gegenüber ausgesprochen neutral verhält, die US-Medien jedoch trotzdem unentwegt über die neuesten Entwicklungen berichten, wird in Deutschland ausnehmend wenig über die Entwicklung in Ägypten bekannt gegeben. Kanzlerin Angela Merkel befindet sich zur Zeit auf einem offiziellen Besuch in Israel.


Der morgige Dienstag könnte für Ägypten zum Schicksalstag werden. Die offizielle Ankündigung der Armee, keine Gewalt gegen das Volk anzuwenden, könnte wesentlich mehr Menschen dazu motivieren, sich an den Protesten zu beteiligen. Wie mehrfach erwähnt wurde, fordert die ägyptische Opposition unmissverständlich den Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak, der sein Amt seit 29 Jahren bekleidet. Ob der von diesem eingesetzte Vizepräsident Omar Suleiman – im Falle eines Rücktritts – vom Volk als vorübergehender Nachfolger akzeptiert werden könnte, steht noch in Frage.

Während mehrere Analysten im amerikanischen Fernsehen erklärten, dass die US-Regierung sich bis auf weiteres neutral verhalten wird, wurde diese Annahme durch eine Pressekonferenz im Weißen Haus, am Montag nachmittag, durchaus bestätigt. Der Sprecher wich allen gezielten Fragen geschickt aus. Solange der Ausgang der Revolten noch unklar ist, möchte sich Amerika alle Möglichkeiten offen halten, sowohl im Falle einer Beruhigung der Situation als auch für den Fall einer Übernahme der Regierungsgeschäfte durch die Opposition.
Unmissverständlich spricht sich Israel für ein Verbleiben Mubaraks aus. Die Online-Ausgabe der israelischen Zeitung Haaretz verwendet als Schlagzeile:
„Israel ermahnt die Welt, Kritiken an Ägyptens Mubarak zu zügeln!“
Der Artikel zitiert ein namentlich nicht genanntes israelisches Regierungsmitglied, von dem kritisiert wird, dass Europa und Amerika unter dem Einfluss der öffentlichen Meinung stünden und ihre wahren Interessen ignorierten. Vielmehr sei es von Bedeutung (politischen) Freunden das Gefühl zu vermitteln, dass sie nicht alleine dastünden.
Ob Angela Merkels enge Kontakte zu Israel und ihr derzeitiger Besuch für die dürftige Berichterstattung in den deutschen Medien verantwortlich ist, lässt sich aus den verschiedenen Meldungen nicht herauslesen. Durchaus eindeutig sind jedoch die verschiedenen israelischen Stellungnahmen, die ein Verbleiben von Hosni Mubarak in seinem Amt als Präsident befürworten, um die Stabilität in der Region zu sichern, wie diesbezüglich erklärt wird.

1 Kommentar:

  1. wow echt gut geschrieben =)
    aber so wies jetzt aussieht gehen die Leute schon weniger auf die Straße, was ich eigentlich richtig schade finde, da schon so viele Leute verletzt und getötet wurden---- für nichts, wenn sie jetzt schon aufgeben :/

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