Aktuell

Samstag, 18. Dezember 2010

Petition an die Aussenpolitische Kommission von National- und Ständerat



Das Schweizer Parlament wird gebeten, eine Resolution zur Annerkennung des
Völkermords von 1915 an die Suryoye/Assyrer/Chaldäer, Armenier und Pontus
Griechen im Osmanischen Reich zu beschließen.
• Das Schweizer Parlament wird gebeten, bei der UNO die offizielle Anerkennung der Massaker am Suryoye/Assyrer/Chaldäer Volk im Jahre 1915 als Genozid zu beantragen.
• Das Schweizer Parlament wird gebeten, die Türkei aufzufordern, sich ihrer
Vergangenheit zu stellen und den Völkermord von 1915 anzuerkennen.
(Quelle: Resolution vom 13. Juli 2007 der International Association of Genocide Scholars -
lAG: “Es sei beschlossen: Es ist die Ubeizeugung der International Association of Genocide Scholars, dass die osmanischen Feldzuge gegen christliche Minderheiten des Reichs zwischen 1914 und 1923 einen Genozid an den Armeniern, Assyrem, Pontus und
anatolischen Griechen konstituieren.‘)


Begrundung

Die turkische Fuhrung des Osmanischen Reichs ubte wahrend des 1. Weltkriegs einen der
grausamsten Volkermorde der Menschheitsgeschichte aus. Das Osmanische Reich, das sich einst uber drei Kontinente erstreckte, geriet ab dem 19. Jahrhundert immer mehr in die Defensive. Um den Zerfall des Vielvolkerstaats zu verhindern, bildete sich um den Pan-Turkischen Nationalismus eine neue Bewegung. Infolge dieser Entwicklung eroberte die Partei „Komitee fur Einheit und Fortschritt“ der Jungturken im Jahr 1913 die osmanische Fuhrung und setzte das Ziel fort, die Vereinigung des Reichs mit
zentralasiatischen Turkvolkern zu verwirklichen. Fur die Grundung eines grosturkischen
Reichs auf ein nur von Turken besiedelten Terrain, wurde mit Einwilligung des Sultans
Mehmet Resat, die Vernichtung der christlichen Armenier, Suryoye/Assyrer/Chaldaer und
die der Griechen aus Pontus beschlossen.

Am 24. April 1915 wurde die kulturelle und politische armenische Elite verhaftet und ins
Landesinnere verschleppt, wo sie vollstandig liquidiert wurde. Infolge dessen wurde vom Mai bis September des Jahres 1915 die planvolle und systematische Vernichtung der
Christen im gesamten Reich vollzogen. Durch Verhaftungen, Deportationen und
beispiellosen Massakem, unterstutzt auch von kurdischen Clanfuhrern wurden mehr als 1.5 Mio. Armenier, 500.000 Suryoye/Assyrer/Chaldaer und 350.000 Pontus-Griechen ermordet.

Die Verfolgung der Uberlebenden setzte sich auch nach dem Volkermord von 1915 fort.
Viele Kinder wurden entfuhrt und zwangsislamisiert und die jungen Madchen wurden
massenweise zwangsverheiratet. Dadurch wurde der Besitz der uberlebenden Christen
vereinnahmt.

Nach dem Volkermord von 1915 anderte sich die Demographie der ehemals christlichen
Regionen rasant, so dass aus den indigenen christlichen Volkern kleine und zahlenmasig
unbedeutende Minderheiten ubrig blieben. Mehr als 2/3 der 800.000 Menschen der
Suryoye/Assyrer/Chaldaer Volkes fielen der Graueltaten zum Opfer. Mehr als 400 von ihnen bewohnte Dorfer wurden entvolkert.

Bern, 14. Dezember2010

Petition an die Aussenpolitische Kommission von National- und Standerat

Sehr geehrte Frau Prasidentin, sehr geehrter Herr Prasident,
sehr geehrte Kommissionsmitglieder, zur Unterstutzung der Petition der European Syriac Union (ESU), der Foderation der Suryoye Vereine der Schweiz (HSS) und der Union Freie Frauen Bethnahrin (UFFB) uberreichen wir Ihnen die untenstehende Petition. Wir bitten Sie, die Anliegen zu prufen und Massnahmen zu treffen.

Wir versichern Sie, sehr geehrte Frau Kommissionsprasidentin, sehr geehrter Herr
Kommissionsprasident, sehr geehrte Damen und Herren, unserer vorzuglichen
Hochachtung.

Reto Wehrli -Nationalrat CVP
Barbara Schmid-Federer Nationalrätin CVP
Lukas Reimann Nationalrat SVP
Bahnhofstrasse 4 Postfach 460 Ulrich-Rosch-Strasse 13
6431 Schwyz SZ 8708 Mannedorf ZH 9500 Wil SG

Petitionarsadressen:

European Syriac Union (ESU)
Rue Bara, 152
1070 Brussel
Belgien
Foderation der Suryoye Vereine der Schweiz (HSS)
c/o Budrus Demir
Kirchweg 22
8102 Oberengstringen
Union Freie Frauen Bethnahrin (UFFB)
c/o Maria Hadodo
Aabachstr. 19
6300 Zug




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