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Donnerstag, 16. Dezember 2010

Die wissenschaftliche Studie über das auf politische Zwecke ausgerichtete Böse

BUCHTIPP!! (Den Download finden sie am Ende des Textes)



Es spielt keine Rolle wer Sie sind, wo Sie in ihrem Leben stehen, wie alt Sie sind oder welche Nationalität oder ethnischen Hintergrund sie haben. Sie werden irgendwann in ihrem Leben die Berührung oder den unbarmherzigen Griff der kalten Hand des Bösen zu spüren bekommen. Guten Menschen stoßen schlimme Dinge zu. Das ist eine Tatsache.


Was ist das Böse? Historisch betrachtet war dies immer eine theologische Frage. Generationen von theologischen Apologeten1 haben ganze Bibliotheken im Versuch geschrieben, die Existenz eines guten Gottes zu bestätigen, der eine unvollkommene Welt erschuf. Der heilige Augustinus unterschied zwischen zwei Formen des Bösen: Das „moralische Böse“, das vorsätzlich von bösen Menschen begangen wird, die wissen, dass sie Böses tun; das „natürliche Böse“ hingegen sind schlimme Dinge, die einfach geschehen — ein Sturm, eine Flut, ein Vulkanausbruch oder eine
schreckliche Seuche.Und dann gibt es das makrosoziale Böse, wie es Andrzej Łobaczewski bezeichnet: Das Böse in großem Maßstab, das über ganze Gesellschaften und Nationen hereinbricht und dies seit undenklichen Zeiten immer wieder getan hat. Die Geschichte der Menschheit ist, wenn sie objektiv betrachtet wird, eine fürchterliche Geschichte.

Tod und Zerstörung betrifft alle Menschen, ob reich oder arm, frei oder versklavt, jung oder alt, gut oder böse; und das mit einer Willkür und einer Sorglosigkeit, die — wenn man nur kurz darüber nachdenkt — das Funktionieren eines normalen Menschen beeinträchtigen kann. Immer wieder hat der Mensch zusehen müssen, wie seine Felder verdorren, sein Vieh verendet oder seine Lieben von Krankheit oder menschlicher Grausamkeit gequält oder getötet werden. Sein Lebenswerk kann in einem einzigen Augenblick durch Ereignisse, über die er keine Kontrolle hat, in Nichts aufgelöst
werden.

Das Studium der Geschichte in all ihren Facetten gewährt eine Sicht auf die Menschheit, die geradezu unerträglich ist: habgierige Beutezüge hungriger Stämme, die in dunkler Vorzeit eroberten und zerstörten; das Eindringen der Barbaren in die zivilisierte Welt im Mittelalter; Blutbäder, die von den Kreuzrittern des katholischen Europa unter den Ungläubigen im Nahen Osten und später sogar unter den „Ungläubigen“ in den eigenen Reihen angerichtet wurden; Terror der offenen
Verfolgung der Inquisition, in der Märtyrer die Flammen mit ihrem eigenen Blut erstickten; ein rasender Holocaust als moderner Völkermord; Kriege, Hungersnöte und Seuchen, die die Erde umklamern und die nie furchterregender waren als heute.

All dies lässt ein unerträgliches Gefühl der Unentschuldbarkeit entstehen. Mircea Eliade nennt es„Terror der Geschichte“, dem wir hilflos gegenüberstehen.

Es gibt Menschen, die der Meinung sind, dass all das mittlerweile der Vergangenheit angehört; die Menschheit ist in eine neue Phase eingetreten; Wissenschaft und Technologie haben uns ans Ende all dieses Leidens geführt. Viele Menschen glauben, dass sich der Mensch und die Gesellschaft entwickeln und dass wir nun das launenhafte Böse in unserer Welt unter Kontrolle haben - oder dass
wir es zumindest nach George W. Bush und seinen Neokonservativen mit ihrem endlosen Kampf gegen den Terror haben werden, so in etwa 25 Jahren. Alles was dieser Ansicht entgegenläuft, wird
entweder uminterpretiert oder ignoriert.

Die Wissenschaft hat uns viele wundervolle Geschenke bereitet: Raumfahrtprogramme, den Laser, das Fernsehen, Penicillin, Sulfonamide und eine Vielzahl weiterer nützlicher Entdeckungen, die das Leben erträglicher und erfolgreicher machen sollten. Wir können jedoch leicht erkennen, dass dem
nicht so ist. Man kann sogar so weit gehen zu behaupten, dass die Menschheit nie zuvor so unsicher am Rande zur totalen Zerstörung balancierte.

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